Der Dom zu Worms

Der Dom erhebt sich auf dem höchsten Hügel des Stadtbezirks, etwa 100 Meter über dem Meeresspiegel. Da dieser Hügel vor dem Hochwasser des Rheins sicher war, ließen sich dort 3000 Jahre v. Christus Menschen nieder und gründeten Siedlungen. Im 1. Jahrhundert v. Christus unterwarfen die Römer diese Siedlungen und errichteten auf diesem Hügel ein Verwaltungszentrum und einen Tempelbezirk.

Um das Jahr 400, nach dem Untergang des römischen Reiches, ließen sich dort die Burgunder nieder. Worms wurde im Jahr 416 Hauptstadt des Burgunderreiches.
Der Nachfolger Brunichildis, Dagobert I. (625 –639) erbaute auf den Grundmauern des zerstörten römischen Forums eine Kirche. Es handelt sich dabei um eine schlichte dreischiffige Basilika ohne Querschiff und Turm. Diese Kirche gilt als der Vorläufer des Domes. Sie wurde in den Jahren 852 und 872 renoviert, jedoch ist die Art und der Umfang nicht bekannt.
955 wurde der Herzog Konrad der Rote, der Ahnherr der späteren Salier- Kaiser, in ihr beerdigt.
Worms ist seit dem Jahr 614 nachweislich Bischofssitz.
Im Jahre 1000 wurde Burchard zum Bischof von Worms ernannt.Mit ihm übernahm eine eine ausgesprochene brilliante,ernergische und politisch einflußreiche Persönlichkeit das Bistum Worms. Er war der Meinung, dass die vorhandene Kirche weder groß genug noch zeitgemäß sei, und so ließ er die Kirche Brunichildis und Dagoberts abreißen.
Nun begann der Dombau der im großen und ganzen noch heute die Konturen der Planung des 11. Jahrhunderts trägt. Es handelt sich dabei um eine kreuzförmige Basilika mit zwei halbrunden Chören ( auch Apsis genannt ), die in Ost- und Westrichtung errichtet wurden. An den nördlichen und südlichen Ende jedes Chores wurde jeweils ein Rundturm eingefügt. Über der Kreuzung von Längs - und Querschiff, erhob sich ein weiterer Turm, der in seiner heutigen Form achteckig ist.
Ein geringer Teil des Mauerwerkes dieses Domes ist heute noch zu sehen. Es handelt sich hierbei um die unteren Geschosse der Westtürme, die sich aus relativ kleinen, recht grob bearbeiteten Kalksteinen zusammensetzten.
1110 wurde der Dom zum zweiten mal geweiht, nach einer umfangreichen Renovierung. Diesen noch heute sichtbaren Baumaßnahmen, wurde eine Trennwand zwischen dem Chor und dem Hauptschiff eingezogen ,deren Konturen noch heute im Boden zu sehen sind.
1058 wurde die Nikolauskapelle angebaut und 1130 wurde am östlichen Teil der Nordseite ebenfalls eine Kapelle errichtet, die später umgebaut wurde.Sie diente in späterer Zeit als Lagerraum.
1024 wurde sein Schützling aus der Salier-Familie als Konrad II (1024-1039) Kaiser des Reiches. Damit begann die Blütezeit der Stadt Worms.
1025 wurde Bischof Burchard in dem neu Renovierten Dom beigesetzt.
1130 ließ Bischof Burchard II. und sein Nachfolger Konrad II. den Dom nach und nach abreißen, und neu errichten. Die Gründe für die neue Errichtung des Domes waren wahrscheinlich die großen Schäden in der Bausubstanz.

Der Neubau des Domes lässt sich in drei Abschnitte Gliedern:

1. 1130-1144 der Ostteil des Domes mit Querschiff, Türmen und
                    Vierungsturm  

2. 1160-1170 der dreischiffige Hauptteil

3. 1171-1181 der Westchor mit den Türmen und dem Chorturm
                     sowie der  Kreuzgang an der südwestlichen Seite   
             1181 wurde der fertiggestellte Dom nun mehr zum dritten
                     Mal geweiht.

 

 

1181 wurde der fertiggestellte Dom nun mehr zum dritten Mal geweiht.
An der nordwestlichen Seite des Domes entstanden Verwaltungs- und Repräsentationsbauten und mit dem Dom jeweils im Erd - und Obergeschoß verbunden; wurde die "Aula Minor " und die " Aula Maior" angeschlossen. Es entstand noch ein weiteres Gebäude ,dessen Erstehungszeit nicht genau datiert werden kann - wahrscheinlich ein Gerichtsgebäude. Hierzu ist zu sagen, daß Politik und Religion im Mittelalter nicht getrennte Bereiche waren, daß bedeutet, das die Kirche großen Einfluß auf die Wahl der Kaiser und deren Krönung nehmen konnte und somit das politische, gesellschaftliche und gesetztgebende Geschehen steuern konnte. Es war nicht unüblich, daß ein Kleriker auch gleichzeitig ein Reichsfürst war.
Ab dem 12. Jhd. bekam es kaiserliche Privilegien und 1273 die Reichsfreiheit.
Worms war die Stadt, inder die bedeutende Reichsfürstenversammlung und der Reichstag statt fand .
Im Jahr 1521 wurde auf dem Reichstag zu Worms das Wormser Edikt erlassen, das Martin Luther mit der Reichsacht belegte.
Dies war der Zeitpunkt indem Worms seine ökonimische und politische Bedeutung verlor, da jetzt die Glaubensspaltung einsetzte und einige Kirchengemeinden spontan zum lutherischen Glauben überwechselten und 1556 folgten alle Pfarreien auf kurpfälzer Gebiet.
Die nächsten Jahrhunderte hinterließen sichtbare Spuren am Wormser Dom.
So wurde der Dom während des Dreißigjährigen Krieges 1618-1648 von den
schwedischen Truppen stark beschädigt.
Auch im Verlauf der Pfälzischen Eroberungskriege 1688-1697 verwüsteten und plünderten französische Truppen denDom, doch ein Versuch den Dom zu sprengen, misslang, allerdings brannte er völlig aus.
Dies ist auch der Grund, warum die Inneneinrichtung fast ausschließlich in barockem Stil gehalten ist.
1792 wurde Worms von den französischen Revolutionstruppen erobert.
Der Dom diente den Truppen als Pferdestall und Lagerspeicher.
Erst im Jahre1886 begann eine gründliche Außen- und Innenrenovierung des Domes.
Der Westchor musste sogar bis auf die Grundmauern erneuert werden.
Erst 1935 konnte die Renovation als abgeschlossen betrachtet werden.
Schon 10 Jahre später, während des 2. Weltkrieges, wurde der Wormser Dom durch Fliegerangriffe erheblich beschädigt.
Seit Ende des 12 Jhd. steht der Dom fast unverändert auf dem höchsten Hügel der Stadt als Zeichen des Glaubens, der Freude an der Kunstfertigkeit und Erfindungsgabe der Menschen.
Jedoch sind die Narben der Zerstörungsversuche auch Zeichen der Machtgier und der Dummheit der Menschen.